Plasmatherapie, eine Alternative zu Antibiotika?

Kalte Plasmastrahlen könnten eine sichere und wirksame Alternative zu Antibiotika zur Behandlung multiresistenter Infektionen sein, heißt es in einer Studie, die diese Woche in der Januar-Ausgabe des Journal of Medical Microbiology veröffentlicht wurde. Das Team von russischen und deutschen Forschern zeigte, dass eine zehnminütige Behandlung mit Niedertemperaturplasma nicht nur in der Lage war, arzneimittelresistente Bakterien, die Wundinfektionen bei Ratten verursachen, abzutöten, sondern auch die Wundheilung zu beschleunigen. Die

Kalte Plasmastrahlen könnten eine sichere und wirksame Alternative zu Antibiotika zur Behandlung multiresistenter Infektionen sein, heißt es in einer Studie, die diese Woche in der Januar-Ausgabe des Journal of Medical Microbiology veröffentlicht wurde.
Das Team von russischen und deutschen Forschern zeigte, dass eine zehnminütige Behandlung mit Niedertemperaturplasma nicht nur in der Lage war, arzneimittelresistente Bakterien, die Wundinfektionen bei Ratten verursachen, abzutöten, sondern auch die Wundheilung zu beschleunigen. Die Ergebnisse legen nahe, dass kalte Plasmen eine vielversprechende Methode zur Behandlung von chronischen Wundinfektionen sein könnten, bei denen andere Ansätze versagen.
Das Team vom Gamaleya-Institut für Epidemiologie und Mikrobiologie in Moskau testete einen Niedertemperatur-Plasmabrenner gegen Bakterienarten wie Pseudomonas aeruginosa und Staphylococcus aureus. Diese Arten sind häufige Verursacher chronischer Wundinfektionen und können der Wirkung von Antibiotika widerstehen, da sie in Schutzschichten, Biofilmen genannt, zusammenwachsen können. Die Wissenschaftler zeigten nicht nur, dass Plasma nach fünf Minuten in Labor-Biofilmen bis zu 99% der Bakterien tödlich war, sondern auch, dass Plasma nach zehn Minuten etwa 90% der Bakterien (durchschnittlich) tötete, die Hautwunden bei Ratten infizierten.
Plasmen sind als der vierte Aggregatzustand nach Festkörpern, Flüssigkeiten und Gasen bekannt und werden gebildet, wenn hochenergetische Prozesse Atome ihrer Elektronen abstreifen, um bei hoher Temperatur ionisierte Gasströme zu erzeugen. Sie haben eine zunehmende Anzahl von technischen und medizinischen Anwendungen und Heißplasmen werden bereits verwendet, um chirurgische Instrumente zu desinfizieren.
Dr. Svetlana Ermolaeva, die die Forschung durchgeführt hat, erklärte, dass die jüngste Entwicklung von kalten Plasmen mit Temperaturen von 35-40 ° C die Technologie zu einer attraktiven Option für die Behandlung von Infektionen macht. "Kalte Plasmen können Bakterien abtöten, indem sie mikrobielle DNA und Oberflächenstrukturen schädigen, ohne das menschliche Gewebe zu schädigen. Wir haben gezeigt, dass Plasma in der Lage ist, in Biofilmen in Wunden wachsende Bakterien abzutöten, obwohl dickere Biofilme eine gewisse Resistenz gegen die Behandlung zeigen."
Plasmatechnologie könnte laut Dr. Ermolaeva eine bessere Alternative zu Antibiotika darstellen. "Unsere Arbeit zeigt, dass Plasma gegen pathogene Bakterien mit multipler Antibiotikaresistenz wirksam ist - nicht nur bei Petrischalen, sondern auch bei tatsächlich infizierten Wunden", sagte sie. "Ein weiterer großer Vorteil der Plasmatherapie ist, dass sie unspezifisch ist, was bedeutet, dass Bakterien viel schwerer Resistenzen entwickeln können. Sie ist kontaktfrei, schmerzfrei und trägt nicht zur chemischen Kontamination der Umwelt bei."
Quellen: Gesellschaft für Allgemeine Mikrobiologie, AlphaGalileo Foundation.