Machen Handys uns weniger sozial benachteiligt?

Eine aktuelle Studie der Robert H. Smith School of Business der University of Maryland kommt zu dem Schluss, dass Mobiltelefone, obwohl allgemein angenommen wird, dass sie Menschen miteinander verbinden, die Nutzer weniger sozial denken lassen. Die Ergebnisse verschiedener Experimente, die von den Marketingprofessoren Anastasiya Pocheptsova und Rosellina Ferraro mit ihrer Doktorandin Ajay T. Abraham durchgeführt wurden, wurden in ihrem Arbeitspapier Die Wirkung von Handybenutzung auf prosoziales Verhalten veröffentlicht.
Die Studie umfasste separate Gruppen von männlichen und weiblichen College-Studenten, die meist in ihren frühen 20er Jahren waren. Ferraro kommentierte:

"Wir würden ein ähnliches Muster von Effekten mit Menschen aus anderen Altersgruppen erwarten. Angesichts der zunehmenden Verbreitung von Mobiltelefonen hat es das Potenzial, weitreichende soziale Auswirkungen zu haben."

Ihre Ergebnisse zeigten, dass die Teilnehmer nach einer kurzen Zeit, in der sie ihr Handy benutzten, weniger häufig für einen Zivildienst als für die Kontrollgruppe als Freiwillige und auch weniger hartnäckig bei der Lösung von Wortproblemen waren, obwohl sie wussten, dass ihre Antworten dazu führen würden eine Geldspende für wohltätige Zwecke.
Das Interesse der Handy-Nutzer an anderen blieb auch bestehen, wenn sie gebeten wurden, einfach ein Bild von ihren Handys zu zeichnen und darüber nachzudenken, wie sie diese nutzten.
Die Forscher bezogen sich auf frühere Studien, um die Hauptursache für ihre Ergebnisse zu erklären:
"Das Handy ruft direkt Gefühle der Verbundenheit mit anderen hervor und erfüllt damit das grundlegende menschliche Bedürfnis, zu gehören."

Dies führt zu einem geringeren Verlangen, sich mit anderen zu verbinden oder gegenüber anderen empathisch zu sein. Es verringert auch das prosoziale Verhalten, was bedeutet, handeln zu wollen, um einer anderen Person oder der Gesellschaft als Ganzes zu nützen.
Ein Aspekt der Studie war ein Vergleich der Handy-Teilnehmer mit Nutzern anderer sozialer Medien wie Facebook. Die Forscher beobachteten, dass sich die Teilnehmer bei der Nutzung ihrer Mobiltelefone stärker mit anderen verbunden fühlten als mit ihren Facebook-Konten. Es zeigt, dass dieser Unterschied in der Verbundenheit der Auslöser des Verhaltenswandels der Teilnehmer war.
Verwandte Untersuchungen beziehen die Autoren ein, welche die Auswirkungen der Verwendung anderer Technologien auf prosoziales Verhalten untersuchen.
Geschrieben von Petra Rattue
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