Den "Fluchtweg" des Melanoms blockieren

Um der Behandlung zu entgehen, kehrt das Melanom manchmal zu einem früheren Stadium der Zelldifferenzierung zurück. Neue Forschungen untersuchen diesen Prozess genauer und finden einen möglichen Weg, den Fluchtweg dieses Hautkrebses zu blockieren. Melanom ist eine aggressive Form von Hautkrebs, der es oft schafft, der Behandlung zu entgehen. M

Um der Behandlung zu entgehen, kehrt das Melanom manchmal zu einem früheren Stadium der Zelldifferenzierung zurück. Neue Forschungen untersuchen diesen Prozess genauer und finden einen möglichen Weg, den Fluchtweg dieses Hautkrebses zu blockieren.


Melanom ist eine aggressive Form von Hautkrebs, der es oft schafft, der Behandlung zu entgehen.

Melanome sind zwar selten, aber eine sehr aggressive Form von Hautkrebs, die sich als tödlich erweisen kann.

Von allen Hautkrebsarten hat das Melanom die höchste Sterblichkeitsrate und das höchste Potenzial, sich zu verbreiten.

Es ist besonders schwierig zu behandeln, wenn es mutiert und daher behandlungsresistent werden kann.

Obwohl die neuesten Fortschritte in der Immuntherapie die Überlebensraten und -ergebnisse für Menschen mit dieser mutierten Form des Melanoms drastisch verbessert haben, gibt es immer noch diejenigen, die auf diese Behandlungen nicht so gut ansprechen oder deren Krebs zurückkehrt.

Forscher an der University of California in Los Angeles (UCLA) - unter der Leitung von Thomas Graeber, Professor für Molekulare und Medizinische Pharmakologie - haben nun genauer untersucht, wie sich dieser Krebs verändert, um einer Behandlung zu entgehen.

Die Wissenschaftler untersuchten den Prozess der Dedifferenzierung - das heißt, den Prozess, bei dem sich Melanomzellen zu einem früheren Stadium der Embryonalentwicklung zurückbilden - und fanden heraus, dass Melanome je nach Stadium in vier verschiedene Subtypen unterteilt werden können.

Von diesen Subtypen fanden die Forscher heraus, dass einige für eine Art von Zelltod anfällig sind.

Wichtig ist, dass diese Art von Zelltod mit bestimmten Medikamenten induziert werden kann, und, wie die neue Forschung zeigt, könnte die Verwendung dieser Medikamente in Kombination mit bestehenden Antikrebs-Therapien Melanom Flucht blockieren.

Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Cancer Cell veröffentlicht.

Findet vier Subtypen von Melanomen

Ein Melanom tritt aus den pigmentproduzierenden Zellen der Haut oder den Melanozyten auf. Prof. Graeber und seine Kollegen führten eine Genexpressionsanalyse von Melanomzellen durch und erzeugten mit Hilfe der Stammzelltechnologie auch Melanozyten.

Dann verglichen die Forscher die genetische Expression von Melanomzellen, die aus öffentlichen genetischen Datenbanken stammen, mit der von Melanozyten.

Die Analyse ergab, dass Melanomzellen in vier Untergruppen eingeteilt werden können, je nach den Genen, die in jeder Differenzierungsstufe aktiviert und deaktiviert werden.

"Diese verfeinerte Charakterisierung verbessert unser Verständnis der fortschreitenden Veränderungen, die in Melanomzellen während der Dedifferenzierung auftreten, was helfen kann, bessere Strategien zu entwickeln, um diese Form von Therapieresistenz anzugehen", sagt die erste Studienautorin Jennifer Tsoi, eine UCLA-Forscherin.

Ferroptosis kann die Flucht des Melanoms blockieren

Prof. Graeber und sein Team analysierten auch die verschiedenen Ebenen der Arzneimittelempfindlichkeit, die mit den Differenzierungsstadien korrespondierten. Die Wissenschaftler suchten nach Medikamenten, die entweder einzeln oder in Kombination verwendet werden könnten, um die verschiedenen Stadien der Dedifferenzierung des Melanoms anzusteuern.

Die Forscher entdeckten "eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Ferroptoseinduktion mit dem Grad der Differenzierung." Ferroptosis ist eine Form des Zelltods, die ausgelöst werden kann und sich von der natürlich vorkommenden Apoptose unterscheidet - das ist der normale Zelltod, der als Folge der Evolution eines Organismus abläuft.

Die Entdeckung dieser Vulnerabilität für Ferroptosis hat wichtige therapeutische Implikationen, erklären die Autoren, da "ferroptosisinduzierende Medikamente" ein guter "therapeutischer Ansatz sind, um die Differenzierungsplastizität von Melanomzellen gezielt anzuregen, um die Wirksamkeit von gezielten und Immuntherapien zu erhöhen."

Immuntherapien sind erfolgreicher gegen differenzierte Zellen als nicht-differenzierte, erklären die Autoren.

"Darüber hinaus können diese Standardtherapien eine Dedifferenzierung induzieren, und daher kann die Ferroptoseinduktion in einer Mitbehandlungsumgebung möglicherweise Melanomzellen blockieren, die versuchen, diesen Fluchtweg einzuschlagen."

Prof. Thomas Graeber